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Arschloch, widerwillig.

 

Nicken. Kann ich. Ja und Amen sagen. Kann ich. Zwei Ellenbogen. Hab ich. Benutze ich sie? Nein. Viel zu gut für diese Welt. Bin ich. Mich ausnutzen lassen. Holyyy Shit, kann ich. Und ich habe es satt. Aber richtig.

Permanent gebe ich meinen kleinen Finger her, um anschließend meinen rechten Arm in Fetzen und ordentlich abgekaut in einer schäbigen, heruntergekommenen Ecke der Realität vorzufinden. Dranflicken darf und kann ich ihn mir  jedes Mal aufs Neue selber. Ob die Naht allzu lange noch hält? Ich vermag keine Prognose abzugeben.

Was ist denn so falsch daran, an das Gute und Unkomplizierte zu glauben? Hat das denn jeder mittlerweile verlernt? Findet es im privaten Fernsehprogramm keine Beachtung mehr? Sind die Zeilen in der BILD schon voll? Hat die Arbeitswelt vor lauter Effizienz und Lean Management-Maßnahmen die vor Jahren noch unabdingbaren soft skills vergessen? Und was ist eigentlich mit der Freundschaft? Oder gibt es diese nur noch in schlechter Selfiequalität und in ausgefranster Pixelform auf irgendwelchen social-media-Kanälen? Manchmal habe ich das Gefühl. Und das macht unsagbar traurig.

Immer wieder denke ich an fünf Sachen gleichzeitig, fahre durch die Republik, scheue keine Kosten und Mühen, um anderen Aufgaben abzunehmen, sie glücklich zu machen und in ihren Ideen zu unterstützen, sie eben an das Gute im Menschen glauben zu lassen. Wenig später dann, wird einem auch noch die sechste Sache übertragen und man merkt, dass man selber mal wieder vergessen wurde und der versprochende Besuch in der Heimat erneut ausbleibt.

Ich selber fahre dann irgendwann Kettenkarussell, mein Gehirn spielt Kissenschlacht, der ersehnte Schlaf hat sich verkrochen und bleibt Nächte lang aus. Die Energie verpufft im Sturm, der draußen die dicken Regentropfen an die Fensterscheibe drückt.

Selten dann kommt sie zurück, die Energie und ein Stück weit auch der Glaube an das Gute in der Welt. Wie? Nun in Form einer unerwarteten Postkarte, einem Stückchen Lavendelschokolade, der unverhofften Sternschnuppe am Julihimmel, lauschigen Dachparty’s oder dem Sommerregen an der Geburtstagstafel. Dann stehen plötzlich Menschen vor dir, die eben noch unter großen Schmerzen ein paar warme Muffins für dich gebacken haben, die dir selbstgemachte Erdbeermarmelade zum Geburtstag schicken, die mit dir ins Kino in die Nachmittagsvorstellung für Kinder gehen und Menschen, die sich deine Familie nennen und denen ich mehr als dankbar dafür bin, dass sie mich in diesen Zeiten zum Tagträumer erzogen und geformt haben.

 

 

 

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2 Comments

  • Reply Schwester

    Oh liebe Mia, ich stehe da ganz hinter dir und kann dir verraten du bist nicht allein mit dieser Meinung. Und ich möchte dir sagen das du immer willkommen bist an meinem Ohr oder persönlich vor meiner Haustür um dich auszukotzen und wieder runter zu fahren. Wobei letzteres eher auch immer mit großen Mühen und einer Reise quer durch die Republik zu bewältigen ist. Hab dich lieb Mia Kind

    2015/08/27 at 10:42
  • Reply Ivonne Uhlig

    Liebe Mia. Es ist nie verkehrt an das Gute im Menschen zu glauben. Denn das gibt es tatsächlich noch. Und den Ellenbogen nähst du ganz fest dran und benutzt ihn wenn es nötig ist.

    2015/08/27 at 20:57
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